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Saure
Wochen Frohe Feste !
Zu
unserem Doppeljubiläum 50 und 120 Jahre Münchener
Anwaltverein haben wir am 15.12.1999 einen Festakt im
Justizpalast veranstaltet.
Warum
ausgerechnet am 15. Dezember ?
Zeitpunkt
und nähere Umstände der Erstgründung des Vereins 1879 werden
wohl weiterhin vom Nebel der Geschichte verhüllt bleiben, die
bisherige Detailsuche in den Archiven blieb leider ergebnislos.
Die Wiedergründung des MAV erfolgte unter Führung des vielen
noch persönlich bekannten, hochverdienten Kollegen Dr. Fritz
Ostler, am 14.12.1949 damals vielleicht noch "in der
staden Zeit". Wegen des Terminkalenders des Ministers
verlegten wir den Jubiläumsfestakt auf den 15.12.1999. Der
Termin und die damit verbundenen Vorbereitungen haben bei den
beteiligten Vorstandsmitgliedern, weil die Vorweihnachtszeit
für die Anwälte heute eben keine "stade Zeit" mehr
ist, manchen wenig besinnlichen Kommentar und nicht recht
adventliche Besorgnisse ausgelöst. Zum Glück gibt es aber das AnwaltServiceCenter und dort unsere tatkräftige Frau Fesl, die
sich teilweise unterstützt von den Mitarbeiterinnen der
Geschäftsstelle Maxburg umsichtig um die Details gekümmert
hat und damit die Richtigkeit ihres inoffiziellen Ehrentitels
als "Mutter der Münchener Anwaltschaft" ein weiteres
Mal unter Beweis gestellt hat.
So
waren letztlich Festschrift, Blumenschmuck und Musiker,
Vorstand
und Gäste pünktlich bereit, und eigentlich lief alles wie am
Schnürchen. Da unsere Musiker Mitglieder des Bayerischen
Staatsorchesters einen Probetermin hatten, und die Redner
entsprechend diszipliniert waren, gelang ein Festakt ohne
Längen und unterdrücktes Gähnen. Die Würze lag aber nicht
etwa nur in der Kürze oder der originellen musikalischen
Umrahmung, sondern auch im teils ernsten, teils launigen Inhalt
zu letzterem hervorzuheben der Rat im Grußwort des
Präsidenten der Rechtsanwaltskammer, Kollegen Dr. Ernst, der
Verein möge danach streben, es bei der Mitgliederzahl seiner
"großen Schwester" nachzutun prompt am nächsten
Tag von der Süddeutschen Zeitung zitiert. Der Präsident des
Deutschen Anwaltvereins, Kollege Dr. Streck, in der SZ einer uns
bis dato noch unbekannten "Deutschen Anwaltskammer"
zugeordnet, gab der Münchner Kollegenschaft in seinem Grußwort
zündende Argumente für den selbstbewußten und optimistischen
Umgang mit den Herausforderungen der Zukunft mit auf den Weg.
Herr Staatsminister der Justiz Weiß überbrachte die Grüße
des Ministerpräsidenten und schnitt in seinem sehr lebensnah
und praxisbezogen gestalteten Vortrag praktisch alle aktuellen
Themen aus Justiz und Rechtspolitik an.

Im
Anschluß an seinen Vortrag erhielt der Minister das
(offizielle) erste Exemplar unserer Festschrift
interessierte Kollegen können Exemplare bei der
Geschäftsstelle erhalten und in Kürze auch über das Internet
Zugriff nehmen, die Informationen dazu folgen hoffentlich im
nächsten Heft.
An
den Festakt schloß sich dann noch für ca. eine Stunde ein
Imbiß mit den Gästen (Vertreter des Landtags und zum letzten
Mal des Senats, auffällig stark vertreten das
Justizministerium, daneben die Spitzen der Justiz aller
Fachzweige, Vertreter fachnaher Verbände und Kammern, etliche
Autoren unserer Festschrift und last but not least der
Illustrator unserer Festschrift, Kollege Philipp Heinisch etc.
etc.) an. Und da war es dann plötzlich ein bißchen wie in der
guten alten Zeit. Das Bier war süffig, die viel bestaunten
§§-Brezeln rösch, der Leberkäs herzhaft und
"die Honoratioren a bissl vornehm und a bissl leger".
In
dieser entspannten Atmosphäre konnten etliche Kontakte
geknüpft oder vertieft werden, die bei unserer künftigen
Sacharbeit wertvolle Dienste leisten können.
Bei
der Begrüßung zum Festakt war es mir ein Anliegen, den Beitrag
unserer im Dritten Reich verfolgten jüdischen Kollegen und ihr
Schicksal hervorzuheben. Das Doppeljubiläum, das den Bruch in
unserer Vereinsgeschichte aufzeigt, war hierfür ein gegebener
Anlaß. Unserer Traditionen sollten wir uns aber vor allem auch
im Alltag bewußt sein in diesem Sinn wurde der
Blumenschmuck nach dem Festakt einem Zweitnutzen zugeführt und
der Raum vor der Gedenktafel im Eingangsbereich des
Justizpalastes damit geschmückt.

Petra
Heinicke, 1. Vorsitzende
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